Einleitung zu den `Mexile´ Songs
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Model Son
Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht bereits eine Beschreibung zu diesem Song gibt. Im wesentlichen handelt der Text von meinem extrem stressigen und schwierigen Verhältnis zu meinem Vater. Als junger Mann war er Seemann bei der Handelsmarine, daher die nautischen Referenzen. In gewisser Hinsicht, reist jeder von der Abhängigkeit (der Eltern) zur Unabhängigkeit. Meine Reise war eine schwere, weil (vielleicht), wie unabhängig wir auch werden, wir noch die elterliche Anerkennung brauchen. Irgendwie konnte ich das niemals genießen.
Señorita No
Dieser Song ist an ein sehr berühmtes mexikanisches Sprichwort angelehnt: 'Armes Mexiko. So weit entfernt von Gott und so nah an Amerika', welches wahrscheinlich zusammenfasst, was viele Mexikaner fühlen. Sie können sehr kritisch sein, was ihr eigenes Land betrifft und besonders ihre Hauptstadt, was der Song auch andeuted. Aber sie haben auch die schwierige Aufgabe neben mächtigen Nachbarn zu leben, deren Verhalten oft sehr herablassend und gebieterisch ist. Zum Beispiel in letzter Zeit, da scheint die US-Regierung oft die Mexikaner (und Kolumbianer) für den Drogenkonsum in ihren Ländern verantwortlich zu machen.
Der erwähnte McCaffrey ist Barry McCaffrey, der erste sogenannte US-'Anti-Drogen Zar'. Er hatte die schlechte Manier sein Amt niederzulegen, bevor dieser Song aufgenommen wurde, aber ich ließ in drin. Ich kann mich nicht an den Namen des neuen 'Zaren' erinnern, aber er reimt sich nicht mit einer Klasse 'A' Droge.
Look Away
Die Idee zu diesem Song kam von Steve. Er benutzte diesen Ausdruck in einem Gespräch – es ist schon überraschend, wie viele Songs ich geschrieben habe, die aus Gesprächen mit ihm entstanden sind (`Hearts don’t stop beating on their own´ fällt mit ein, aber es gibt noch viel mehr). Er spricht gerne über Politik – diskutieren, analysieren, schlußfolgern – und er ist gut darin, alles kurz und frech zusammenzufassen. Ich glaube, dieses Gespräch war über die steigende Zahl von Bettlern auf britischen Straßen. Das Betteln hörte damals einfach nicht auf, jetzt ist es völlig alltäglich (besonders seit der Einschnitte beim `Wohngeld´, die eine Obdachlosenkrise bei den Arbeitslosen verursacht haben). Es ist unmöglich jedem Bettler Geld zu geben, deshalb ist eine Strategie hinsehen und dann wegsehen. Aber diese individuelle Reaktion erstreckt sich auf alle Gebiete des städtischen Verfalls – Blick nach vorne, den Kopf runter – laß dir bloß nicht `deine Welt´ durch all die Unterdrückten, die Betrunkenen, die Obdachlosen, die Drogenabhängigen, die Armen, die ADD-Kids, die Schizophrenen oder die Tyrannen, die Rassisten, die Rabauken und die arroganten Reichen de-stabilisieren. Die Lösung (ignoriere es) ist ein Teil des Problems.
The Spearcarrier
Im britischen Theater, da ist ein ‚spear-carrier' eine Bezeichnung für einen Statisten, einen Schauspieler ohne Text und Wichtigkeit. (Wörtlich bedeuted es: jemand, der nur einen Speer trägt; ein Speerträger.) Der Song handelt von einer Beziehung, welche plötzlich endet und von der scheinbar nichts übrig bleibt. Das ist eine sehr merkwürde Erfahrung: erst bist du der 'Star' im Leben von jemandem, dann wirst du zum reinen Statisten, unwichtig in jeder Szene.
Shot the Messenger
Ein einfacher Text darüber, nicht der Wahrheit ins Gesicht sehen zu wollen.
Race Me Down
Der Ursprung dieses Textes ist sehr interessant. Es war einer von vier Texten, die ich für einen Film namens 'Colors' schrieb - Regie Denis Hopper, in den Hauptrollen Robert Duval und Sean Penn. Ich beabsichtigte zusammen mit Herbie Hancock zu schreiben, der ein Jahr zuvor den Oskar für 'Round Midnight' gewonnen hatte. Die Texte wurden aber niemals verwendet. Statt dessen nahm die Filmgesellschaft bereits veröffentlichte Nummern (Los Lobos, Prince usw.). Ich sah mir eine Rohfassung des Films an und mir wurde klar, dass die Erzählung und Analyse zusammenhanglos waren - es war ein Polizei-Neuling, dem durch einen altgedienten Polizisten gezeigt wurde, wie man sein muß: 'hart aber gerecht', weil - wie schlecht die Gangs auch immer sind - es ist alles 'Schuld der Gesellschaft' - im wesentlichen die typische Position der Liberalen (und deshalb, dramatisch links-orientiert für die USA!) In den vier Texten die ich schrieb, versuchte ich die Mängel des Films (wie ich sie sah) wettzumachen. Ich kann mich jetzt nicht daran erinnern, welches Ereignis 'Race Me Down' auslöste, aber es bezieht sich direkt auf einige Aspekte des Films.
Somedays the Big Fish
Das ist ein sehr alter Text. Was ihn auslöste, war eine akademische Konferenz des 'Linken Flügels' in London. Ich war nicht daran beteiligt, aber jemand der es war sagte mir, dass sie für eine Nachmittagssitzung noch einen Vorsitzenden brauchten und fragte mich deshalb, ob ich das machen würde (Ich machte es nicht, jemand anderes hatte das schon übernommen). Auf dem Podium waren einige Hauptfiguren der Studentengeneration der späten 60er Jahre und ich dachte nur wie ironisch es war, dass jemand so bedeutungsloses wie ich plötzlich diesen legendären Persönlichkeiten zu Hilfe kommen sollte.
Love Didn't Get There First
Das ist nur eine allgemeine Betrachtung darüber, wie Menschen durch emotionale Vernachlässigung und Mißbrauch in ihrer frühen Kindheit verpfuscht werden können. Immer und immer wieder haben die Menschen Kinder, gurren über ihnen solange sie Babys sind und fangen dann an zu schreien, sobald die Kinder laufen können. Es gibt so viele geschädigte Menschen in 'fortschrittlichen' Gesellschaften, dass es mir ein Rätsel ist, wie wir - gemeinsam - überhaupt durch den Tag kommen.
Lucky Man
Ein Song über zwei Menschen, die auf der Straße flirten und dann schließlich den Mut finden miteinander zu sprechen. Jedoch beschließt sie, seine Großzügigkeit zu testen und macht einen provozierenden Vorschlag.
Believer in Miracles
Dieser Song wurde durch zwei Dinge inspiriert: Einen Artikel, den ich in einer spanischen Zeitung las. Er wurde von einem Jesuiten-Priester geschrieben, der sagte was im Song umschrieben wird: zu versuchen, die Welt zu einem besseren und schöneren Ort zu machen lohnt sich, selbst wenn wir scheitern. Und zweitens durch einen Vorfall mit einem Mann, der Handstände machte. Ich sah das in meinen ersten Monaten in Mexiko City. Der flehende Gesichtsausdruck des jungen Mannes als er diese traurige Vorstellung durchzog, des Geldes wegen, war wirklich anwidernd.
Marxismus ist jetzt außer Mode, anscheinend
historisch besiegt. Und ich zum Beispiel, habe keine Ahnung, wie
wir diesen schrecklichen Vormarsch des Neo-liberal Kapitalismus
aufhalten und umkehren werden. (Dennoch ist es großartig zu
sehen, dass es so viele Leute versuchen.)
Aber im wesentlichen schrieb ich diesen Song, weil ich immer noch
an das glaube, woran ich schon immer geglaubt habe. Ich habe keine
Ahnung, wie diese Ideen siegen können und aus diesem Grund
möchte ich in einem Atemzug sagen, wir sollten nie aufhören,
an Wunder zu glauben. An was können wir sonst noch glauben?
Kapitalismus? Habgier?
Fake
Es sollte eine 'Jazz'-Ballade sein - und ganz gewiß
kein Steve Skaith Band-Song. Es ist was es ist - eine Bitte angelogen
zu werden, vorzutäuschen das alles gut ist, obwohl es nicht
so ist - es ist meine Version von 'Macht dies nicht meine braunen
Augen blau?'
